Hans Schernthaner
      Schauspieler und Regisseur

 

Presse


Hexe Lilli und der Weihnachtszauber (Knister)

im Harburger Theater

 

Lilli hext im Harburger Theater Kindern etwas vor -Hamburger Abendblatt

"Wahrscheinlich ist Hexe Lilli schuld, dass es in der Harburger City endlich so weihnachtlich leuchtet und geheimnisvoll und festlich aus den gefrosteten Bäumen glitzert.

Harburg. Denn dieser kleinen Hexe mit den wuscheligen leuchtendroten Haaren ist es in dem Stück "Hexe Lilli und der Weihnachtszauber" aus der Feder von Autor Knister einfach zu unweihnachtlich. Und so lässt Lilli ein wenig Weihnachtszauber in die Welt hinaus. Den Anfang macht sie im Schuhgeschäft. Aber vielleicht hat die kleine Hexe nicht so richtig gehext: Denn warum ist plötzlich Weihnachtsschmuck an den Pantoffeln, und wieso sind anstatt der Absätze jetzt kleine Tannenbäumchen an den schicken Damenschuhen?

Lilli sucht zum Vergnügen der Kinder gleich nach einem Alternativzauber. Harburgs Kindern gefiel das Weihnachtsstück in der Regie von Hans Schernthaner am Harburger Theater, das ihnen die Warterei auf den Heiligen Abend ein wenig verkürzt."   

Räuber Hotzenplotz von Otfried Preußler im Harburger Theater

Ein markanter "Räuber Hotzenplotz" treibt bis Weihnachten im Harburger Theater sein Unwesen

Viele lautstarke Zwischenrufe -Margrit Rohmann

"Aufregung herrscht bei den Kindern bereits im Foyer. Alle reden wild durcheinander in der Vorfreude auf das diesjährige...

Aufregung herrscht bei den Kindern bereits im Foyer. Alle reden wild durcheinander in der Vorfreude auf das diesjährige Weihnachtsmärchen im Harburger Theater. Gestern hatte dort "Räuber Hotzenplotz" seine überaus gelungene Premiere. Gespannt und mit vielen lautstarken Zwischenrufen verfolgen die kleinen und großen Zuschauer die Geschichte vom gerissensten Räuber, den es je gegeben hat.

Hotzenplotz hat Kasperls Großmutter (Anne Schieber) die Kaffeemühle geraubt, die sie gerade von Kasperl (Marco Mehring) und Seppel (Rolf Bach) zum Geburtstag bekommen hat. Das Besondere an ihr ist eine Erfindung der beiden Jungs. Sie spielt beim Kaffee mahlen Großmutters Lieblingslie d "Alles neu macht der Mai".

Der Polizei, vertreten durch Wachtmeister Dimpfelmoser (Helge van Hove) gelang es bisher nicht, den Räuber zu fassen. So beschließen Kasperl und Seppel, den Räuber selbst zu stellen, um der Großmutter die Kaffeemühle zurück zu bringen.

Würden Kasperl und Seppel auf die vehementen, lautstarken Warnungen der Kinder höre, wäre das Stück nach 20 Minuten zu Ende. So aber tappen beide in die Falle von Hotzenplotz (Michael Leye) und sind nun selber gefangen.

Auf dem Weg zur Befreiung erleben sie allerhand seltsame Dinge mit dem bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann und einer Unke, die eigentlich eine Fee ist.

Regisseur Hans Schernthaner sorgte für eine sehr lebendige, temporeiche und liebevolle Inszenierung, die auf die kleinen Zuschauer eingeht. Die Harburger kennen ihn schon aus der gelungenen "Kalle Blomquist"-Inszenierung, die vor zwei Jahren als Weihnachtsmärchen im Harburger Theater gespielt wurde.

Die Charaktere beim Hotzenplotz sind zauberhaft und kindgerecht angelegt. Eben lebendiges Kasperle-Theater. Das gesamte Ensemble zeigt eine große Spielfreude in dem fantasievoll stilisierten Bühnenbild von Sonja Zander.

Leye kostet die Rolle als Hotzenplotz richtig aus und gibt dem Räuber bühnenfüllend ein herrlich poltriges, Furcht einflössendes Auftreten. Das ängstigte dann allerdings auch ein paar kleinere Kinder. Er zeigt aber auch mit leisen Tönen die andere Seite dieses Bösewichts, der die frische Luft und das Zwitschern der Vögel genießt.

Marco Mehring zeigt als Kasperl viel Spielwitz, Tempo und starke Mimik während Rolf Bach als Seppel einfach liebenswert ist. Anne Schieber agiert sehr wandlungsfähig als liebevolle Oma, als Unke und wird zur strahlenden, schönen Fee. Helge von Hove überzeugt als preußisch, disziplinierter Wachtmeister und brilliert als böser Zauberer tänzerisch maliziös in seinem fantasiereichen Anzug von Susann Günther, die für die Kostüme verantwortlich zeichnet.

Ein wirklich sehenswertes Stück für Kinder ab fünf Jahren."

 

 

Kalle Blomquist von Astrid Lindgren im Harburger Theater 

Hamburger Abendblatt -Von Adolf Brockmann

Kalle Blomquist - ein Vergnügen
Die Inszenierung der Astrid-Lindgren-Geschichte ist hervorragend gelungen. Die Premiere gefiel nicht nur den kleinen Zuschauern

"Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv . . . " Die Älteren erinnern sich noch an die Erkennungsmelodie aus Kinderfunktagen, wenn Astrid Lindgrens spannende Geschichten im Radio zu hören war. Jetzt ertönt diese Melodie wieder, der Vorhang öffnet sich, zwei Schwedenhäuser stehen im Scheinwerferlicht. Ein Polizist in dunkelblauer schwedischer Uniform erscheint. Das ist die Anfangsszene von "Meisterdetektiv Kalle Blomquist" im Harburger Helmssaal.
Die Story: Onkel Einar, der nach langer Zeit zu Besuch kommt, ist Kalle, Anders und Eva-Lotta gleich verdächtig. Nur, was hat er wirklich angestellt? Die Kinder in dem kleinen schwedischen Ort halten die Augen auf. Und ihre Spürnase war richtig. Auch wenn Kalle feststellt, dass die Polzei immer dann nicht da ist, wenn man sie braucht, kommt Schutzmann Björk doch noch so rechtzeitig, dass die Handschellen in dem vorweihnachtlichen Stück rechtzeitig klicken. Hans Schernthaler (auch als Björk dabei) hat aus Eberhard Möbius Bearbeitung von Astrid Lindgrens Kinderbuch ein tolles Stück Theater für Jungen und Mädchen ab fünf Jahren gemacht. Bei der Premiere am Donnerstag gingen die Kinder begeistert mit.
Die Bühnenausstattung war großartig, den Akteuren Sebastian Bischoff (Kalle), Björn Ahrens (Anders), Jodie Ahlborn (Eva-Lotta) und Wolfgang Rhiem als Onkel Einar zuzusehen machte großen und kleinen Zuschauern Vergnügen. Und das werden sicher noch viele Kinder bei den folgenden Vorstellungen auch haben."

 

 

  

Der Feind bist du von Kai Hensel im Theater Oberhausen

 

Duell der Generationen Der Westen - Monika Idems 10.09.2007

"Begeisterte Bravos für die Uraufführung von Kai Hensels Stück "Der Feind bist Du" im Malersaal des Oberhausener Theaters.

OBERHAUSEN. "Wann haben Sie Ihren Schülern das letzte Mal die Wahrheit gesagt?" Sven Reimers kann sich nicht genau erinnern, aber wenn Tim es braucht, kann er's haben: "Du bist nicht beliebt, das muss man leider sagen." Zimperlich sind beide nicht, weder der unbeliebte Schüler noch der beliebte Lehrer. Zwei Generationen, zwei Männer, die sich nichts schenken: "Der Feind bist Du" hat Kai Hensel ("Klamms Krieg") sein Stück genannt, und Hans Schernthaner hat die Uraufführung im Malersaal des Oberhausener Theaters inszeniert. Vom Premierenpublikum gab es Sonntagabend begeisterte Bravos.

Tim ist 18, und er ist wütend. Er will den Generationenvertrag kündigen, den hat er weder aufgesetzt noch unterschrieben. Dem Lehrer rechnet er vor, wie viele künstliche Hüftgelenke 70-, 80-, 90-Jährige jedes Jahr bekommen, was das kostet - und wie viele Kinder in Armut leben. "Warum haben die Jugendlichen keine Stimme, wo sie die Rechnung bezahlen sollen?", fragt der junge Mann und verkündet seinem Lehrer, er werde in den Untergrund gehen.

Auch wenn Tim nicht sieht, dass es vielen "Alten" anders geht - bei seinem Lehrer ist er an der richtigen Adresse: schicke Single-Wohnung, gemütliches Beamtenleben, und Reimers scheint eine Medaille für angebracht zu halten, weil er sich nicht länger als nötig krankschreiben lässt. Dass er es nicht tut, weil er zum ersten Mal existenzielle Angst spürt, würde er vor sich selbst nie zugeben. Wie furchtbar, dass Tim es mitbekommen hat. . .

Hensels Dachgeschosswohnungs-Kammerspiel ist ein Duell: Zwischen einem mittelalten Mann, dessen bisher unerschütterliche Selbstsicherheit plötzlich tiefe Risse bekommt, und einem jungen Mann, der seine Unsicherheit hinter Grausamkeit verbirgt und sie mit Intelligenz munitioniert. Neven Nöthig spielt den Lehrer: Oberflächlich behindert ihn nur sein Gipsbein, doch das Gefühl, dass ihm plötzlich alles entgleitet, schmerzt schon beim Zusehen. Josef Simons Tim trägt zur Terror-Fantasie eine gewachste Sportjacke, und ähnlich schlecht passt sein Spiel zur Rolle: Die Körpersprache ist resigniert, nicht rebellisch, der Krawall ist nicht auf dem Sprung, er muss sich mühsam hervorkämpfen.

Tims Schwanken zwischen Angriff und dem Wunsch nach Verständnis, Unterstützung, nach Respekt wird Simon mit seiner Zögerlichkeit am ehesten gerecht. Dass "Der Feind bist Du" trotzdem große Spannung hat, muss man Regisseur Schernthaner hoch anrechnen; spielten beide Mimen mit gleicher Intensität, Hensels Text könnte explodieren."

 

 

Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry im Jungen Theater Bonn

 

Leopold Klieeisen überzeugt als "Kleiner Prinz" in Bonn -Katrin Berentzen

Mal mit erstaunlicher Leichtigkeit, mal melancholisch - Am Jungen Theater spielt der 12-Jährige Alternativbesetzung

"Schade, dass Autor Antoine de Saint-Exupéry 1943 kurz nach der Veröffentlichung des "Kleinen Prinzen" gestorben ist und vermutlich nicht einmal annährend geahnt hat, wie das in mehr als 100 Sprachen übersetzte kleine Büchlein Millionen Menschen verzaubern und inspirieren würde.

Die Inszenierung von Hans Schernthaner im Jungen Theater Bonn unterstrich die vielseitige Interpretierbarkeit des Werks. Der kleine Prinz (Leopold Klieeisen) hat seinen Planeten B 612 verlassen, um einen wahren Freund zu finden.

Auf seiner Reise durch das Weltall begegnet er einer Vielzahl von merkwürdigen Erwachsenen: Sie wollen befehlen, wo es keinen Untertan gibt, zahlenverliebt besitzen, was allen gehört, die Welt erforschen, ohne den Schreibtisch zu verlassen, saufen, um zu vergessen, dass man sich wegen des Saufens geniert und für ihr absurdes Verhalten schließlich auch noch bewundert werden.

Optisch eingeführt werden die Szenen mittels beeindruckender Projektion (Daniel Winter) charakteristischer Gegenstände: Flasche beim Säufer, Rechenschieber beim Geschäftsmann oder Spiegel beim Narziss. Die Schauspieler Steffen Lehmann und Inka Lioba Bretschneider schlüpften rasant in die unterschiedlichen Charaktere und beeindruckten mit Wandlungsfähigkeit. 

Dem 12-jährigen Leopold Klieeisen, der nach der Premierenbesetzung mit Matthias Beckonert nun in die Titelrolle schlüpft, gelang es mit erstaunlicher Leichtigkeit ausdrucksstark, den kleinen Prinzen gleichzeitig unbefangen fröhlich, staunend wissbegierig und dennoch melancholisch darzustellen.

Gleichermaßen begeistert ließen sich sowohl die jungen und als auch die erwachsenen Zuschauer im ausverkauften Theater in die tief berührende Welt des kleinen Prinzen entführen."

 

    

Sommer mit Mädchen von Kai Hensel im Altonaer Theater 

Hamburger Morgenpost -Brigitte Scholz

Hintergründiges und böses »Frauenstück«
"Was geschah in jener Nacht, als Bettina ihre Klassenkameradin Ulrike zu einer Party beim Landschulheim einlud? Wurde sie vergewaltigt? Inzwischen ist aus Ulrike eine populäre Autorin kitschiger Frauenromane geworden. Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los.

Auf der Foyer-Bühne des Altonaer Theaters treffen die beiden Frauen in Kai Hensels Psychodrama "Sommer mit Mädchen" wieder aufeinander. 14 Jahre später ist es Ulrike gelungen, die erfolglose Schauspielerin Bettina für ein Wochenende in ein Häuschen nahe des Tatorts einzuladen. Dritte im Bunde ist die in ihren Regisseur verliebte Heike. Im raffinierten Dialog gelingt es der Bestsellerautorin, die Freundinnen noch einmal in ihr damaliges Albtraumerlebnis hineinzuziehen.

In knappen Szenen beleuchtet Regisseur Hans Schernthaner schlaglichtartig mit drei ausdrucksstarken Darstellerinnen die gnadenlose Selbstzerfleischungsorgie. Beeindruckend triumphiert Susanne Pollmeiers Ulrike als Racheengel. Nicht weniger ergreifend zeigt Kerstin Mäkelburg als Bettina die Büßerin für vergangenes Unrecht, während die naive Heike (Linda Foerster) schließlich ihre Chance ergreift. Ein hintergründig-böses Frauenstück, das vom Publikum mit viel Applaus gefeiert wurde."

 

Brigit Schmalmack vom 23.2.07 -Hamburger Kritiken.de

"Im Leben von Ulrike (Susanne Pollmeier) gibt es ein schwarzes Loch. Jetzt nach 14 Jahren als mittlerweile erfolgreiche Bestseller-Autorin von Frauenromanen wagt sie es, sich an dessen Aufarbeitung zu machen. Sie weiß nicht, was während einer Klassenfahrt in einer Nacht mit ihr passiert ist. Am Morgen fand sie sich, die damals eine pummelige Außenseiterin war, nach einer Zeit der Bewusstlosigkeit blutbeschmiert in ihrem Bett wieder. Sie lädt ihre ehemalige Schulkameradin Bettina(Kerstin Mäkelburg) für ein Wochenende in ein einsames Landhaus in der Nähe des damaligen Tatortes ein. Bei der Aufklärung soll ihr die erfolglose Schauspielerin, die sich als Aushilfskelnerin durchschlägt, helfen. Damals war Bettina diejenige, auf die alle Jungs scharf waren. Nun stehen sich diese beiden Frauen nach 14 Jahren wieder gegenüber. Die Machtverhältnisse scheinen umgekehrt. Jetzt ist es Ulrike, die Bettina "Chancen" anbieten kann. Doch Bettina hat einen letzten Rest Selbstachtung bewahrt: Sie lässt sich nicht kaufen. Ganz anders ihre junge, naive Freundin Heike (Linda Foerster), die spontan zum Landhausausflug dazu stößt. Sie ist eine, die gerne ihrem Glück ein wenig nachhelfen will. Dieses Frauentrio richtet unter der Regie von Hand Schernthaler ein Psychodrama an, das zunächst ganz harmlos anfängt, doch sich in seiner Spannung immer weiter verdichtet. Die schlaglichtartige Inszenierung verzichtet klugerweise ganz auf jede Effekthascherei. Der Stoff von Kai Hensel hat sie auch nicht nötig. Die drei Schauspielerinnen sind hervorragend besetzt. Spannende, hintergründige Unterhaltung, die beim Publikum auf der Foyerbühe des Altonaer Theaters viel Anklang fand."

  

 

Muxmäuschenstill von Nico Rebenald im Theater in der Basilika

Hamburger Abendblatt

"Zu Beginn seiner Inszenierung von "Muxmäuschenstill" hebt Hans Schernthaner im Theater in der Basilika die Grenze zum Publikum auf: Ein  forscher Anzugträger (Tom Keidel) verkündet, dass die Vorstellung ausfallen muss. Nur ein Scherz. Aber einer mit Folgen, denn dieser Mux ist den Leuten näher, als ihnen lieb sein kann. Er übt Selbstjustiz an allen, die sich nicht an Regeln halten. Und macht Zuschauer zu Komplizen seines angeblich gesunden Volksempfindens. Ob Schwarzfahren, Ladendiebstahl oder Kauf pädophiler Videos: Mux dokumentiert und bestraft. Assistiert vom gewichtigen Sven (Sven W. Pehla) und dem Managerdeutsch plappernden Björn (Alexander Jaschik) ist er gut im Geschäft. Mux' Wahn wird offenbar, als ihn die kokette Kira (Nathaly Schroeder), die er zum Idealweib überhöht, auf den Boden der Tatsachen zurückholt: Richter  Gnadenlos vollstreckt das Urteil selbst. Die originelle Inszenierung zeigt, dass man sich diesem Law-and-order-Mux nicht zu nahe fühlen sollte.

 

Hamburger Morgenpost

".....Regisseur Hans Schernthaner glückte mit seiner ebenso kurzweiligen wie drastischen Inszenierung die sehenswerte Studie eines Fanatikers."

 

 

Klassenfeind von Nigel Williams im Jugendtheater Hamburg

Hamburger Abendblatt 25.1.06

"....Hautnah erfährt das Publikum, welche Lebensumstände die sechs Charaktere zu ziellosen,
   haßerfüllten und gewaltbereiten Teenagern machten. Mit Bravour spielen sich die Protagonisten
   durch die Wechselbäder der Gefühle, die durch Fetzers finalen Ausbruch gekrönt werden.
   Begeisterter Applaus für eine emotional ergreifende und mitreißende Inszenierung." 

 

HAK-Internet

"....Sehr eindrucksvoll zeigen der Autor und der Regisseur in diesem wortgewaltigen Stück, dass eine desillusionierte, gelangweilte Jugend ohne Zukunftsperspektiven ein Pulverfass ist. Sechs Jugendliche, jeder für sich Repräsentant eines modernen Archetypus der „No-Future-Generation“, warten auf einen Lehrer, der nicht kommt. Die Klasse ist aufgegeben, es findet sich niemand, der bereit wäre, diese Jugendlichen zu unterrichten. Sie beschließen, dass jeder von ihnen eine Unterrichtsstunde hält. Nach und nach erfährt der Zuschauer die persönlichen Umstände des Einzelnen, also warum jeder so ist, wie er ist. Die hohe Gewaltbereitschaft entsteht in einem Hexenkessel aus Hoffnungslosigkeit, Hass und sozialem Nichts." 

  

Raus aus Amal von Lukas Moddysson im Jugendtheater Hamburg 

Hamburger Morgenpost 

Schrecklich-schöne Pupertät in der Provinz

"Rauschartige Glückszustände schlagen in tiefen Weltschmerz um. Oder umgekehrt. Bei Teenagern keine ungewöhnliche Erscheinung.

In der auf dem gleichnamigen Film basierenden Komödie “Raus aus Amal”, die Hans Schernthaner mit dem Jugendtheater Hamburg im Theater in der Basilika inszeniert, versuchen sich zwei Mädchen im Gefühlschaos der Adoleszenz zurechtzufinden: Die Außenseiterin Agnes (Samantha Viana) verliebt sich in die von allen Jungs umschwärmte Elin (Jodie Ahlborn), die das Leben in der Provinz hasst. Nach dem ersten Kuss scheint alles noch schwieriger . . .

Gekonnt spiegelt das Ensemble den inneren Tumult beim Erwachsenwerden wider. Während Ahlborn über die Bühne schreitet, schlurft und tobt, gelingt es ihr mit Bravour, sowohl die komische, die schnippische als auch die verletzliche Seite des Girlies darzustellen. Verdienter Applaus für eine ebenso amüsante wie realitätsnahe Inszenierung, die dem Zuschauer eindrucksvoll zeigt, wie schrecklich-schön die Pubertät ist."

 

 

Mondscheintarif von Ildiko von Kürty im Theater in der Basilika
 
 
Hamburger Morgenpost

"Wenn alle anderen Sex haben... aber Cora nicht: »Mondscheintarif« 
Alle Leute werden an diesem Wochenende Sex haben - nur ich nicht!", seufzt Cora Hübsch. Seit Stunden hockt die Endzwanzigerin an einem   Sonnabendabend allein in ihrer Bude und wartet auf den Anruf ihres Traummannes Dr. med. Daniel Hofmann. Ihn anzurufen kommt natürlich nicht  in Frage. Schließlich lautet das oberste Gebot weiblicher Strategien des Kennenlernens: "Nach dem ersten Sex rufst du ihn unter keinen Umständen an!"
  Am Theater in der Basilika unterwirft sich Cora Hübsch in "Mondscheintarif" den Zwängen und Selbstzweifeln der modernen, emanzipierten Single-Frau. Und die bringt Schauspielerin Jodie Ahlborn so wunderbar frisch, authentisch und (selbst-)ironisch über die Bühne, dass ihr Theatersolo nach dem Debütroman von Bestsellerautorin Ildikó von Kürthy glatt zum komödiantischen, vor Pointen und Wortwitz sprühenden  Volltreffer wird.

 Was der sympathisch-chaotischen, unglücklich verliebten Cora in Hans Schernthaners gelungener Inszenierung während des Wartens so alles durch  den Kopf schießt und wie sie es schließlich schafft, allen Beziehungsratgebern zum Trotz ihren Angebeteten doch noch an Land zu ziehen, darüber amüsierten sich am Premierenabend Frauen wie Männer gleichermaßen. Toll!-"

Hamburger Abendblatt: Mann glotzt, Frau wartet

"Männer gucken Sportschau, betreiben Muskelaufbautraining oder lesen die Aktienkurse. Seine Zeit damit zu verplempern, verweifelt aufs Telefon zu stieren und mit Amors Pfeil in der Brust auf den Anruf zu hoffen scheint eher typisch weiblich zu sein.

In der auf dem gleichnamigen Roman von Ildiko von Kürthy basierenden Kömodie “Mondscheintarif”, die nun im Theater in der Basilika Premiere hatte, wartet Cora Hübsch (Jodie Ahlborn) sehnsüchtig auf ein Klingelzeichen. Selbst zum Hörer zu greifen und die Nummer von “Mr. Right” zu wählen ist ausgeschlossen. Denn Frau darf einen Mann niemals nach dem ersten Sex anrufen. Stattdessen epiliert sie sich die Beine und hadert mit ihrem Schicksal.

Mit viel Humor und ausdrucksstarker Mimik philosophiert Ahlborn über taktisch ausgeklügelte Vorgehensweisen bei der Mannes-Eroberung und brilliert mit köstlich dargebotenen Gefühlsschwankungen. Begleitet vom ausgelassenen Gelächter der Zuschauer lässt sie das Publikum an den aufregendsten Stunden einer Frau teilhaben: “Die Vorbereitungen auf ein Rendezvous mit der Aussicht auf intimen Ausgang.” Tosender Applaus für eine überzeugende Darstellerin und die (alte) Erkenntnis, dass nicht die Sportschau, sondern mangelnde Kommunikation der Erzfeind der Liebe ist."

 

 

Das kunstseindene Mädchen von Irmgard Keun im Theater in der Basilika

 

Hamburger Abendblatt 
 
Eine Frau will nach oben
"Ein Mädchen flieht mit einem Koffer voller Hoffnungen aus der Provinz ins großstädtische Berlin Anfang der 30er Jahre. Dort sollen sich seine Träume von Liebe, Luxus und Karriere erfüllen, denn Doris wünscht sich nichts lieber als ein "Glanz" zu werden. Doch der bunten, verführerischen Glamour-Scheinwelt stehen Massenarbeitslosigkeit, Kriminalität und obskure Männerbekanntschaften gegenüber. Aber Doris läßt sich nicht  kleinkriegen, weder von den Männern noch von der Ungerechtigkeit der Welt. Überzeugend und voller Elan spielt Jodie Ahlborn am Theater in der Basilika "Das kunstseidene Mädchen" und reißt die Zuschauer in ihren Bann. Eigentlich basiert das Stück auf dem Roman von Irmgard Keun, der bereits 1932 erschien. Die Geschichte von Doris könnte sich aber auch ebenso in unserer heutigen erfolgs- und erlebnisorientierten Gesellschaft zutragen. Mädchen, die ihren Sehnsüchten hinterherrennen, für Illusionen in die Welt gehen und sich trotz Enttäuschung und Einsamkeit an oberflächlichen Werten festhalten, die sich an Äußerlichkeiten wie Model-Figur oder einem dicken Bankkonto orientieren. So muß Doris letztlich auch feststellen, daß jeder Glanz einen höheren Glanz über sich hat. Ein Desillusionierungsstück unter der Regie von Hans Schernthaner, in dem Jodie Ahlborn es schafft, das Publikum jede Gefühlsebene facettenreich   miterleben zu lassen. Am Ende wünscht sich wohl jeder, daß Doris ihren Platz in der Welt finden möge."
 
 
Hamburger Wochenblatt
 
"......Jodie Ahlborn hat keine Mitspieler. Alles, was sie erzählt, spielt und im leeren Bühnenraum per Fantasie aufscheinen läßt, muß sie alleine vor dem Absturz in die Realität retten. Sie macht das gut. Mit Hilfe ihres Regisseurs Hans Schernthaner zeigt sie dabei Mut: Sie flüstert einer Zuschauerin exklusiv ins Ohr; sie verkriecht sich schweigend in eine Bühnenecke; sie dreht dem Publikum den Rücken zu. Und trotzdem folgt man ihr. ....."

 

  

Die Welle von Morton Rhue im Jugendtheater Hamburg

Hamburger Abendblatt
 
Ein pädagogischer Klassiker im trendgerechten Outfit
"Mit der Gurke kannste 'ne Dose öffnen", sagt die 16jährige Anna (Jodie Ahlborn) über die Nase von Sängerin Sarah Connor. Mit trendgerechten Schlüsselreizen und angemessen salopper Sprache transportiert Regisseur Hans Schernthaner den zum pädagogischen Klassiker  gereiften Stoff "Die Welle" ins Jahr 2005. Das Jugendstück, das am Dienstag im Theater in der Basilika Premiere hatte, basiert auf dem Buch von Morton Rhue (1981) und beleuchtet die Psychologie faschistoiden Handelns. Warum haben sich die Deutschen nicht gegen den Nationalsozialismus gewehrt, sondern mitgemacht oder weggeschaut? Um diese Frage kreistauch die Hamburger Inszenierung des ursprünglich in Kalifornien verorteten Plots. Als Lehrer Werst (Wolfgang Kramer) einen Film über das Dritte Reich zeigt, können seine Schüler nicht begreifen, wie das Volk Bücherverbrennung und Judenverfolgung zulassen konnte. Um die Mechanismen der Hitler-Herrschaft zu verdeutlichen, lehrt Werst fortan Disziplin. Ein Experiment, das erschreckend rasch funktioniert und zu einer Bewegung  heranwächst. Gut beobachtet sind die Posen der Pennäler. Die fünf jungen Schauspieler agieren natürlich, holen die jugendlichen Zuschauer somit in ihrer  Lebenswelt ab. Die Schüler zeigten sich begeistert von dem Mix aus Action, Musik und dem Appell zu mehr Zivilcourage."
 
 
Hamburger Morgenpost -Brigitte Scholz
 
Eindringliche »Welle« in der Basilika
"......Um seinen Schülern zu beweisen, dass Faschismus kein Phänomen vergangener Zeiten ist, startet Geschichtslehrer Werst ein Unterrichtsexperiment: "Er gründet in seiner Klasse die Bewegung "Die Welle". "Stärke durch Gemeinschaft! Stärke durch Disziplin!", brüllen Robert, Daniel und Anna. Bedingungslos gehorchen die Klassenkamera bald den Regeln, denen "Die Welle" sie unterwirft.
 Am Jugendtheater in der Basilika inszenierte Hans Schernthaner "Die Welle" - und die Zuschauer erleben eindringlich mit, wie dieser Selbstversuch   allmählich aus dem Ruder läuft. Und wie aus einem Spiel bitterer Ernst werden kann......"

 

 

 

Presse

Hallo Nazi von Monoblock im Jugendtheater Hamburg

Hamburger Abendblatt -
Birgit Schmalmack vom 2.5.02
 
".....In dem Theaterstück "Hallo Nazi" für junge Leute ab 13 Jahren von Monoblock, das im Theater in der Basilika am Dienstag seine Premiere hatte, wird ein immer wieder aktuelles Thema mit vielschichtigen Diskussionsansätzen auf die Bühne gebracht. Viele Aspekte werden angesprochen, vor Klischees hat sich Regisseur Hans Schernthaner allerdings gehütet. Seine Besetzungsliste ist geschickt ausgewählt. Jost Kähler spielt den jugendlichen Rechtsradikalen mit unsicherem Blick, umso lauterer Stimme und bellenderem Lachen. Seinen mangelnden Durchblick macht er durch zusammengeballte Fäuste, gewollt imponierende Haltung und politische Sprüche wett. Andreas Schirra macht den Polen, der erstaunlich versiertes Deutsch mit leichtem polnischen Akzent spricht, zu einen sehr kontrollierten, intelligenten und sehr gebildeten Kfz-Mechaniker, der im Gegensatz zu Rudi seine Überzeugungen klug belegen kann. Henning Mehrtens ist ein deutscher Polizist, der sich genau an seinen beamtliche Objektivität erinnert, wenn er Rudi im lautstarken und mitunter handgreiflichen Disput unterlegen sieht. Er scheint sie aber leichter zu vergessen, wenn Jan am Boden liegt und mit Springerstiefeln traktiert wird. Er garniert sein Auftreten entweder mit flotten Kumpelsprüchen oder mit biederem Amtdeutsch, das dem Deutschen noch mehr als dem Polen unverständlich bleibt
Nachdem klar wird, dass der Überfall den Tod eines polnischen Kollegen von Jan verursacht hat, bekommt Rudi Muffensausen und Erich entdeckt seine menschliche Ader: Er bietet Jan kameradschaftlich eine seiner Butterstullen an. "Immer Mensch bleiben!"

 

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