Hans Schernthaner
      Schauspieler und Regisseur
 
 
 
 
Presse

Räuber Hotzenplotz von Otfried Preußler im Harburger Theater

Ein markanter "Räuber Hotzenplotz" treibt bis Weihnachten im Harburger Theater sein Unwesen

Viele lautstarke Zwischenrufe -Margrit Rohmann

"Aufregung herrscht bei den Kindern bereits im Foyer. Alle reden wild durcheinander in der Vorfreude auf das diesjährige...

Aufregung herrscht bei den Kindern bereits im Foyer. Alle reden wild durcheinander in der Vorfreude auf das diesjährige Weihnachtsmärchen im Harburger Theater. Gestern hatte dort "Räuber Hotzenplotz" seine überaus gelungene Premiere. Gespannt und mit vielen lautstarken Zwischenrufen verfolgen die kleinen und großen Zuschauer die Geschichte vom gerissensten Räuber, den es je gegeben hat.

Hotzenplotz hat Kasperls Großmutter (Anne Schieber) die Kaffeemühle geraubt, die sie gerade von Kasperl (Marco Mehring) und Seppel (Rolf Bach) zum Geburtstag bekommen hat. Das Besondere an ihr ist eine Erfindung der beiden Jungs. Sie spielt beim Kaffee mahlen Großmutters Lieblingslie d "Alles neu macht der Mai".

Der Polizei, vertreten durch Wachtmeister Dimpfelmoser (Helge van Hove) gelang es bisher nicht, den Räuber zu fassen. So beschließen Kasperl und Seppel, den Räuber selbst zu stellen, um der Großmutter die Kaffeemühle zurück zu bringen.

Würden Kasperl und Seppel auf die vehementen, lautstarken Warnungen der Kinder höre, wäre das Stück nach 20 Minuten zu Ende. So aber tappen beide in die Falle von Hotzenplotz (Michael Leye) und sind nun selber gefangen.

Auf dem Weg zur Befreiung erleben sie allerhand seltsame Dinge mit dem bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann und einer Unke, die eigentlich eine Fee ist.

Regisseur Hans Schernthaner sorgte für eine sehr lebendige, temporeiche und liebevolle Inszenierung, die auf die kleinen Zuschauer eingeht. Die Harburger kennen ihn schon aus der gelungenen "Kalle Blomquist"-Inszenierung, die vor zwei Jahren als Weihnachtsmärchen im Harburger Theater gespielt wurde.

Die Charaktere beim Hotzenplotz sind zauberhaft und kindgerecht angelegt. Eben lebendiges Kasperle-Theater. Das gesamte Ensemble zeigt eine große Spielfreude in dem fantasievoll stilisierten Bühnenbild von Sonja Zander.

Leye kostet die Rolle als Hotzenplotz richtig aus und gibt dem Räuber bühnenfüllend ein herrlich poltriges, Furcht einflössendes Auftreten. Das ängstigte dann allerdings auch ein paar kleinere Kinder. Er zeigt aber auch mit leisen Tönen die andere Seite dieses Bösewichts, der die frische Luft und das Zwitschern der Vögel genießt.

Marco Mehring zeigt als Kasperl viel Spielwitz, Tempo und starke Mimik während Rolf Bach als Seppel einfach liebenswert ist. Anne Schieber agiert sehr wandlungsfähig als liebevolle Oma, als Unke und wird zur strahlenden, schönen Fee. Helge von Hove überzeugt als preußisch, disziplinierter Wachtmeister und brilliert als böser Zauberer tänzerisch maliziös in seinem fantasiereichen Anzug von Susann Günther, die für die Kostüme verantwortlich zeichnet.

Ein wirklich sehenswertes Stück für Kinder ab fünf Jahren."

 

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