Hans Schernthaner
      Schauspieler und Regisseur
 
 
 
 
Presse

Sommer mit Mädchen von Kai Hensel im Altonaer Theater

Hamburger Morgenpost -Brigitte Scholz

Hintergründiges und böses »Frauenstück«
"Was geschah in jener Nacht, als Bettina ihre Klassenkameradin Ulrike zu einer Party beim Landschulheim einlud? Wurde sie vergewaltigt? Inzwischen ist aus Ulrike eine populäre Autorin kitschiger Frauenromane geworden. Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los.

Auf der Foyer-Bühne des Altonaer Theaters treffen die beiden Frauen in Kai Hensels Psychodrama "Sommer mit Mädchen" wieder aufeinander. 14 Jahre später ist es Ulrike gelungen, die erfolglose Schauspielerin Bettina für ein Wochenende in ein Häuschen nahe des Tatorts einzuladen. Dritte im Bunde ist die in ihren Regisseur verliebte Heike. Im raffinierten Dialog gelingt es der Bestsellerautorin, die Freundinnen noch einmal in ihr damaliges Albtraumerlebnis hineinzuziehen.

In knappen Szenen beleuchtet Regisseur Hans Schernthaner schlaglichtartig mit drei ausdrucksstarken Darstellerinnen die gnadenlose Selbstzerfleischungsorgie. Beeindruckend triumphiert Susanne Pollmeiers Ulrike als Racheengel. Nicht weniger ergreifend zeigt Kerstin Mäkelburg als Bettina die Büßerin für vergangenes Unrecht, während die naive Heike (Linda Foerster) schließlich ihre Chance ergreift. Ein hintergründig-böses Frauenstück, das vom Publikum mit viel Applaus gefeiert wurde."

 

Brigit Schmalmack vom 23.2.07 -Hamburger Kritiken.de

"Im Leben von Ulrike (Susanne Pollmeier) gibt es ein schwarzes Loch. Jetzt nach 14 Jahren als mittlerweile erfolgreiche Bestseller-Autorin von Frauenromanen wagt sie es, sich an dessen Aufarbeitung zu machen. Sie weiß nicht, was während einer Klassenfahrt in einer Nacht mit ihr passiert ist. Am Morgen fand sie sich, die damals eine pummelige Außenseiterin war, nach einer Zeit der Bewusstlosigkeit blutbeschmiert in ihrem Bett wieder. Sie lädt ihre ehemalige Schulkameradin Bettina(Kerstin Mäkelburg) für ein Wochenende in ein einsames Landhaus in der Nähe des damaligen Tatortes ein. Bei der Aufklärung soll ihr die erfolglose Schauspielerin, die sich als Aushilfskelnerin durchschlägt, helfen. Damals war Bettina diejenige, auf die alle Jungs scharf waren. Nun stehen sich diese beiden Frauen nach 14 Jahren wieder gegenüber. Die Machtverhältnisse scheinen umgekehrt. Jetzt ist es Ulrike, die Bettina "Chancen" anbieten kann. Doch Bettina hat einen letzten Rest Selbstachtung bewahrt: Sie lässt sich nicht kaufen. Ganz anders ihre junge, naive Freundin Heike (Linda Foerster), die spontan zum Landhausausflug dazu stößt. Sie ist eine, die gerne ihrem Glück ein wenig nachhelfen will. Dieses Frauentrio richtet unter der Regie von Hand Schernthaler ein Psychodrama an, das zunächst ganz harmlos anfängt, doch sich in seiner Spannung immer weiter verdichtet. Die schlaglichtartige Inszenierung verzichtet klugerweise ganz auf jede Effekthascherei. Der Stoff von Kai Hensel hat sie auch nicht nötig. Die drei Schauspielerinnen sind hervorragend besetzt. Spannende, hintergründige Unterhaltung, die beim Publikum auf der Foyerbühe des Altonaer Theaters viel Anklang fand."
 

 

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